Unterstützung von anderen annehmen und einfordern

Menschen, die sich von anderen nach einem Trauma gut unterstützt fühlen, erholen sich schneller als solche, die wenig Unterstützung erfahren. Andere Menschen sind jedoch oft sehr unsicher, wie sie am besten helfen und unterstützen können. Diese Unsicherheit kann dazu führen, dass andere Sie nicht so unterstützen, wie Sie es am hilfreichsten empfinden würden. Einige Menschen mögen sich zurückhalten, weil sie Ihnen nicht zu nahe treten wollen. Andere mögen meinen, dass sie Ihnen mit unerwünschten Ratschlägen helfen. Da jeder Mensch anders ist, sollten Sie den Menschen in Ihrem Umfeld ruhig sagen, was für Sie persönlich am hilfreichsten ist. Es ist für andere nahestehende Menschen im Allgemeinen eine Erleichterung , wenn sie wissen, wie sie Sie am Besten in der Erholung vom Trauma unterstützen können. Falls Sie sich Sorgen machen, dass sie andere durch Ihre Rückmeldung verletzen könnten. So denken Sie daran, dass Sie deren gute Absicht würdigen (z.B. „Du hast all diese guten Ideen, was mir helfen könnte, aber ehrlich gesagt, wenn ich all diese Ratschläge höre, fühle ich mich überfordert, ich kann im Moment nur kleine Fortschritte machen. Es wäre nett, wenn du mich dabei unterstützt. Ich würde zum Beispiel gern wieder schwimmen gehen, damit ich wieder fitter werde. Ich kann mich alleine aber so schlecht motivieren. Kannst du mal mitkommen, dann würde mir das leichter fallen?“).

 

Sprechen/Schreiben über das Trauma

Wie in den vergangenen Kapiteln beschrieben, ist es nach einem traumatischen Erlebnis wichtig, die Erinnerung daran zu verarbeiten und sich damit auseinanderzusetzen, welche Bedeutung das Trauma für einen persönlich hat. Dabei ist es oft hilfreich, mit einem oder mehreren nahestehenden Menschen über das Erlebnis zu sprechen. Dies kann zunächst Überwindung kosten, da jegliche Erinnerung an das Trauma schmerzhaft ist und Sie vielleicht auch nahestehende Menschen vor schrecklichen Einzelheiten des Traumas schonen wollen. Beim Sprechen über das Erlebnis kann man sich jedoch über viele Dinge besser klar werden. Zum Beispiel machen sich viele Menschen nach einem traumatischen Erlebnis Vorwürfe und meinen, sie hätten es verhindern sollen. Im Gespräch mit anderen wird ihnen dann klar, dass sie wenig hätten machen können, wenn sie anders gehandelt hätten. Oder dass sie zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht wissen konnten, wie alles ausgehen würde.

Viele Betroffene empfinden es auch als entlastend, das Erlebte sowie die damit verbundenen Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Auch dies wird Ihnen wahrscheinlich zunächst nicht leicht fallen, und Sie werden dies vielleicht als sehr schmerzhaft erleben. Trotzdem wissen wir, dass die Auseinandersetzung mit dem Trauma langfristig für eine Verarbeitung des Erlebten notwendig ist. Dieser Seelische Heilungsprozess ist darin durchaus mit körperlichen Heilungsprozessen vergleichbar, an deren Beginn häufig auch ein unangenehmer oder schmerzhafter Eingriff steht, der jedoch langfristig zu einer Heilung führen kann.