Was ist ein Trauma?

Traumatische Erlebnisse beinhalten üblicherweise Lebensgefahr, tatsächliche oder drohende schwere Körperverletzung oder sexuelle Gewalt. Die körperliche Bedrohung kann dabei gegen die eigene Person oder gegen andere Personen gerichtet sein. Das Erleben eines gewalttätigen Überfalls oder einer Schlägerei kann also auch mit dem Begriff des Traumas beschrieben werden und hat unter Umständen auch die Folgen eines Traumas.

 

Ungewolltes Wiedererleben des Traumas

Nach einem Trauma haben viele Menschen in den verschiedensten Situationen den Eindruck, Teile des Ereignisses wieder zu erleben. Dieses ungewollte Wiedererleben gehört zu den häufigsten und belastendsten Folgeerscheinungen traumatischer Erlebnisse.
In extremer Form geschieht es in sogenannten Flashbacks, in denen die Betroffenen sich völlig so fühlen und verhalten, wie während des Traumas. In einer Art Zeitreise verlieren sie dabei den Kontakt zu ihrer aktuellen Umgebung, d.h., sie nehmen für gewisse Zeit nicht mehr wahr, wo sie sich befinden und was um sie herum geschieht. Es erscheint ihnen, als würde das Trauma passieren, und sie handeln oft auch genauso wie damals. Diese Form des Wiedererlebens ist Ihnen vielleicht aus Spielfilmen bekannt, kommt aber in der dort gezeigten, extremen Form selten vor.
Das ungewollte Wiedererleben äußert sich auch darin, dass Situationen, die an das Trauma erinnern, sehr starke Gefühle (z.B. Angst, Ärger, Schamgefühle) sowie körperliche Symptome (z.B. Herzrasen, Schwitzen oder Zittern) auslösen.

 

Vermeidung

Das Wiedererleben des Traumas ist belastend. So ist es verständlich, dass Betroffene versuchen, Dingen aus dem Weg zu gehen, die eine Erinnerung an das Trauma auslösen könnten, z.B. bestimmten Orten oder Personen.
Oft versuchen sie auch, nicht an das Trauma zu denken und sich entsprechende Erinnerungen oder Gedanken sofort aus dem Kopf zu schlagen. Diese Versuche - möglichst nicht an das Trauma zu denken - sind sehr anstrengend und können so die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken.

 

Interessenverlust, Gefühlstaubheit und Entfremdung

Nach einem Trauma verlieren viele Menschen das Interesse an Aktivitäten, die ihnen früher Freude bereitet haben. Manche haben sogar den Eindruck, dass ihnen gar nichts mehr Spaß macht. So geben sie nicht selten Kontakte zu Freunden oder Verwandten, Hobbys und Freizeitbeschäftigungen auf.

 

Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten

Viele Menschen leiden nach einem belastenden Erlebnis unter Schlafstörungen. Das kann sich darin äußern, dass sie schlecht einschlafen können, häufig aufwachen, unruhig schlafen oder schlecht träumen. Auch fällt es Betroffenen häufig schwer, sich zu konzentrieren, z.B. bei der Arbeit, beim Lesen, beim Fernsehen oder in Gesprächen mit anderen Menschen.

 

Reizbarkeit und Ärger

Nach einer Gewalttat fühlen sich Betroffene oft sehr reizbar oder ständig verärgert. Verständlicherweise bezieht sich der Ärger oft auf die Person, die für das Trauma verantwortlich war. Die Betroffenen können aber auch ärgerlich sein, weil sie sich in der Zeit nach dem Trauma schlecht behandelt, nicht genug unterstützt oder verstanden fühlten (z.B. durch Krankenhauspersonal, die Polizei, Behörden, ihren Arbeitgeber oder ihre Angehörigen). Der Ärger kann zu Gedanken an Rache und Vergeltung führen. Besonders beeinträchtigend ist, dass Gefühle von Ärger auch hervorgerufen werden können, wenn im alltäglichen Leben Erinnerungen an das Trauma auftreten – auch im Zusammensein mit Menschen, die nichts mit dem eigentlichen Ereignis zu tun haben. So bemerken viele Betroffene, dass Kleinigkeiten im Zusammenleben mit ihnen nahestehenden Personen (Familie, Freunde, Ehepartner, Kinder) sie reizbarer werden lassen und dass sie sich weniger beherrschen können, wenn sie ärgerlich sind.

 

Übermäßige Wachsamkeit und Schreckreaktionen

Ein Trauma versetzt den Körper in äußerste Alarmbereitschaft. Im Anschluss daran kann die Alarmbereitschaft bestehen bleiben, selbst wenn die Gefahr abgeklungen ist. Die Betroffenen sind besonders schreckhaft, z.B. wenn sie ein lautes Geräusch hören oder jemand plötzlich hinter ihnen auftaucht. Sie sind ständig auf der Hut und angespannt, so als ob überall weiterhin Gefahren lauern würden.

 

 

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